Was ist Schematherapie?

Schematherapie stellt eine Weiterentwicklung der Verhaltenstherapie dar. Sie geht davon aus, dass frühe Beziehungserfahrungen, die Menschen in ihrem Leben machen, sie für ihr ganzes weiteres Leben prägen können. Frühe Erfahrungen werden in das junge Gehirn regelrecht "eingebrannt", indem sich spezielle Nervenstrukturen ausbilden.

Kinder haben bestimmte emotionale Grundbedürfnisse. Werden diese häufig und lang anhaltend nicht erfüllt, kommt es zu einem dauerhaften emotionalen Anspannungszustand: ein Schema ist angelegt. Solche Schemata aktivieren sich bis ins Erwachsenenalter in bestimmten Situationen von selbst und lösen starke Gefühle und Gedankenmuster aus. Um Anspannung zu vermindern, entwickeln Menschen unbewusste Bewältigungsreaktionen. Diese werden dann in Anspannungssituationen oft automatisch und starr eingesetzt.  Es kommt zu immer wiederkehrenden Denk-, Fühl- und Verhaltensmustern, durch die sich die Persönlichkeitsstruktur verändert.

 

Durch erlebnisorientierte Verfahren werden diese Nervenstrukturen (Schemata) wieder aktiviert und können dann positiv beeinflusst werden. Das Schema wird sozusagen "umgeschrieben".

 

Die Schematherapie verbindet die Ansätze aus drei verschiedenen Therapierichtungen:

  • Das tiefgreifende Verstehen um die Entstehung verschiedener Schemata und das Zusammenarbeiten innerer Anteile aus der Psychodynamik
  • Erlebnisaktivierende Techniken, wie Imaginationsverfahren und Stühledialoge aus der Gestalttherapie
  • Die Veränderung von schädlichen Gedankenmustern und das Einüben hilfreichen Verhaltens aus der Verhaltenstherapie.

In der Schematherapie wird besonders Wert auf eine gute therapeutische Beziehung gelegt, um den Patienten zu ermöglichen, neue und positivere Beziehungserfahrungen zu machen.