AD(H)S bei Erwachsenen

Lange Zeit vor standen vor Allem allem von Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung betroffene Kinder im Fokus des allgemeinen Interesses. In den letzten Jahren hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass diese Kinder auch noch im erwachsenenalter Probleme haben. Untersuchungen zufolge leiden 2-7% aller Erwachsenen an ADHS.

 

Die Problembereiche bei Erwachsenen mit AD(H)S betreffen:

  • Aufmerksamkeit
  • Aktivität
  • Impulskontrolle

Bei ADHS zeigen sich die Beeinträchtigungen in zumindest zwei Lebensbereichen. 

Oft kommen andere psychische Erkrankungen, wie Angststörungen oder Persönlichkeitsstörungen noch hinzu.

Eine psychologische Diagnostik kann hier Klarheit bringen.

AD(H)S Diagnostik

Um festzustellen, ob den wahrgenommenen Beeinträchtigungen tatsächlich AD(H)S zugrunde liegt, ist eine sorgfältige psychologische Diagnostik erforderlich. Diese beinhaltet bei AD(H)S:

  • Klinisches Interview
  • Eigenanamnese des aktuellen Zustandes und der Problematik in der Kindheit
  • Fremdanamnese bei aktuellen Bezugspersonen, aktuell und in der Kindheit 
  • Ausschluss anderer psychischer Erkrankungen als Ursache der Symptomatik
  • Testung der Konzentrationsleistung und des Arbeitsgedächtnisses, gegebenenfalls Intelligenzdiagnostik
  • Abklärung komorbider Symptomatik
  • Ausschluss körperlicher Ursachen anhand vorliegender Befunde

Was sollten Sie zur ADHS Diagnostik mitbringen:

  • einen nahen Angehörigen zur Fremdanamnese (wenn möglich)
  • schriftliche Beurteilung der schulischen Leistung (Volksschulzeugnisse) , wenn vorhanden
  • Schulpsychologische Befunde, wenn vorhanden
  • Psychiatrische, neurologische und endokrinologische Befunde (Ausschluss einer Schilddrüsensymptomatik)

Da es sich um eine aufwändige Diagnostik handelt, ist es empfehlenswert, sich um eine Rückerstattung durch die Krankenkasse zu bemühen.